Die Macht der engagierten Minderheit
In Teamentwicklungen sowie Organisationsentwicklungen entstehen immer wieder Situationen, die Verantwortliche verblüffen. Teams und Organisationen kommen für sie völlig unerwartet in Bewegung: Um Veränderungen anzugehen, braucht es oft nur einen kleinen aber eben genau den richtigen Anstoß.
Von Frank Spitthöver
Neigt sich ein Tisch mit einer Teekanne darauf, dauert es etwas bevor die Teekanne ins Rutschen gerät. Sobald ein bestimmter Punkt erreicht ist, rutscht die Kanne mit zunehmender Geschwindigkeit. Solche Kipppunkte sind auch in Teams und Organisationen zu beobachten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits 25% entschlossene Mitglieder alle Menschen in Gruppe in Bewegung bringen können und Veränderungen herbeiführen können (siehe Quelle unten).
Auch wenn wir solche Erkenntnisse nicht verallgemeinern können: Unsere Erfahrung in Organisationsentwicklung und Personalentwicklung zeigen immer wieder, dass der Einfluss bestimmter Menschen oft ausschlaggebend ist. Es sind oft Menschen, denen Kolleginnen und Kollegen in der Organisation großes Vertrauen entgegenbringen, die integer sind und offen ihre Sichtweisen einbringen. Sie können Menschen, die unsicher oder noch unentschlossene sind, in Bewegung bringen. Damit entsteht in Teams und Organisationen eine Dynamik, die sich immer mehr Menschen im Denken beeinflusst und sich weiter verstärkt. Auch konkrete erste Veränderungs-schritte von einflussreichen Menschen, können überraschend schnell dazu führen, dass die gesamte Gruppe aktiv wird und Veränderungen umsetzt.
Es ist ein Phänomen der Gruppendynamik, dass wir durch Interventionen auch triggern können und damit eine Dynamik erzeugen, die Veränderungen erleichtert. Führungskräfte spielen hier eine wichtige Rolle, doch eben nicht nur sie haben Einfluss in Teams und Organisationen. Für mich ein weiterer Grund in Team- und Organisationsentwicklungen in bestimmten Kontexten möglichst viele betroffene Menschen in Planung- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
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